Heiligenhaus
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| Wappen | Deutschlandkarte | ||||
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| Basisdaten | |||||
| Bundesland: | Nordrhein-Westfalen | ||||
| Regierungsbezirk: | Düsseldorf | ||||
| Kreis: | Mettmann | ||||
| Höhe: | 180 m ü. NN | ||||
| Fläche: | 27,47 km² | ||||
| Einwohner: | 27.312 (31. Dez. 2007)[1] | ||||
| Bevölkerungsdichte: | 994 Einwohner je km² | ||||
| Postleitzahl: | 42579 (alt: 5628) | ||||
| Vorwahlen: | 02056, 02054, 02102 | ||||
| Kfz-Kennzeichen: | ME | ||||
| Gemeindeschlüssel: | 05 1 58 012
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| Stadtgliederung: | 6 Honschaften | ||||
| Adresse der Stadtverwaltung: | Hauptstraße 159 42579 Heiligenhaus |
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| Webpräsenz: | |||||
| Bürgermeister: | Dr. Jan Heinisch seit 2004 (CDU) | ||||
| Lage der Stadt Heiligenhaus im Kreis Mettmann | |||||
Heiligenhaus ist eine Mittlere kreisangehörige Stadt im Kreis Mettmann. Sie liegt im Städtedreieck Düsseldorf–Essen–Wuppertal im Niederbergischen Land.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geografie
[Bearbeiten] Geografische Lage
Die Stadt erstreckt sich auf einem in west-östlicher Richtung verlaufenden ungefähr 160 Meter hohen Geländerücken, der nach Norden und Süden zum Vogelsangbachtal beziehungsweise Angertal hin stark abfällt.
[Bearbeiten] Stadtteile
Die Stadt besteht aus den Stadtteilen Abtsküche, Beeker Busch, Hasselbeck, Heide, Hetterscheidt, Hofermühle, Innenstadt, Isenbügel, Leubeck, Migua, Nonnenbruch, Oberilp, Oberstadt, Oefte, Tüschen, Unterilp, Unterstadt, Vogelsang, Waldsiedlung, Werkerwald und Wassermangel. Im Entstehen ist derzeit der Stadtteil GrünSelbeck.
Der Stadtteil Hetterscheidt wurde in Harry Binghams Roman „The Sons of Adam“ (New York 2004, ISBN 0007157924) erwähnt. In diesem wird ein Kriegsgefangenenlager des untergegangenen Deutschen Kaiserreichs für westliche Offiziere während des Ersten Weltkrieges geschildert: „in Hetterscheidt [...] a little way outside Düsseldorf“.
Die Hofbezeichnung Isenbügel wurde 1250 erstmalig als Isenbugele erwähnt. Nach dem Hof Isenbügel wurde die gleichnamige Honschaft und somit auch der Stadtteil benannt.
[Bearbeiten] Einwohner
Einwohnerzahlen (jeweils zum 31. Dezember):
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1897 | 5.368 |
| 1947 | 11.947 |
| 1975 | 29.886 |
| 1992 | 30.198 |
| 1998 | 28.941 |
| 1999 | 28.595 |
| 2000 | 28.442 |
| 2001 | 28.402 |
| 2002 | 28.373 |
| 2003 | 28.025 |
| 2004 | 27.789 |
| 2005 | 27.750 |
| 2006 | 27.415 |
| 2007 | 27.312 |
[Bearbeiten] Nachbarstädte
Heiligenhaus hat (im Uhrzeigersinn) eine gemeinsame Stadtgrenze mit der kreisfreien Stadt Essen sowie mit Velbert, Wülfrath und Ratingen (alle Kreis Mettmann).
[Bearbeiten] Politik
[Bearbeiten] Gemeinderat
| Partei | 2004 | 1999 |
|---|---|---|
| CDU | 17 | 21 |
| SPD | 10 | 12 |
| FDP | 5 | 5 |
[Bearbeiten] Städtepartnerschaften
Städtepartnerschaften bestehen zu Meaux in Frankreich, zu Basildon und Mansfield in England sowie zur Stadt Zwönitz im Erzgebirge.
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
Im kulturellen Bereich werden fortlaufend Kunstausstellungen, Theatervorstellungen, Kleinkunst und Konzertabende in der Aula des Immanuel-Kant-Gymnasiums oder im „Club - Zentrum für Kultur und Freizeit“ des Jugendfreizeitheimes angeboten. Stadtbücherei, Museum Abtsküche - Heimatkundliche Sammlung - mit Backhaus und das Feuerwehrmuseum mit Geräten und Ausrüstungsgegenständen aus 150 Jahren Feuerwehrgeschichte runden das kulturelle Angebot vor Ort ab.
[Bearbeiten] Bauwerke
- Evgl.-ref. Stadtkirche (Alte Kirche); schlichte barocke Saalkirche von 1769.
- Katholische Kirchen St. Suitbertus (genannt „Dom“ aufgrund des hohen, weithin sichtbaren neugotischen Turmhelms; Grundsteinlegung der Kirche 5. Juli 1896, später Kriegsbeschädigungen) und St. Ludgerus (Konsekration 1962); ferner die katholische Kapelle St. Jakobus (fertiggestellt 1909 im neoromanischen Stil) in der Abtsküche / Hetterscheidt gegenüber dem Stauteich, dort ehemalige Sommerresidenz der Äbte von Werden.
- Die ehem. Pilgerhütte Otterbeck in Heiligenhaus, in der Gerhard Tersteegen wirkte, hatte ihren Namen nach den dort ansässigen Bauern. Vermutlich ist die Familie Otterbeck zurückzuführen auf eine gleichnamige Bauernschaft bei Gescher in Westfalen. Die Otterbeek heißt heute kartographisch „Uhlandsbach“.
- Die evgl.-luth. Kirche von 1788/89 an der Hauptstraße wurde 1928 abgerissen.
[Bearbeiten] Sport
Fast alle gängigen Sportarten werden auf modernen Sportstätten und im Frei- und Hallenbad Heljensbad angeboten. Dort sind auch die erfolgreichen Sportkegler vom SKV Heiligenhaus heimisch, die schon einige Weltmeister hervorgebracht haben. Im Jahr 2007 gelang der Aufstieg in die 1. Bundesliga.
Der Wanderer findet über 45 km markierte Wanderwege in der „Industriestadt im Grünen“, durch Angertal und Vogelsangbachtal bis hinein ins Ruhrtal. Besonders ist, dass auch der Sportflug angeboten wird.
[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur
Heiligenhaus bietet knapp 13.000 Beschäftigten Arbeitsplätze, davon etwa 9.700 in der mittelständisch-strukturierten Metall verarbeitenden Industrie. Hervorragende Bedeutung hat die Stadt als Standort der Zulieferindustrie für die gesamte deutsche Automobilproduktion (Schlösser, Beschläge, Verriegelungen etc.). Aber auch die Produkte der traditionell gewachsenen Schloss- und Baubeschlagindustrie nehmen einen Spitzenplatz auf dem europäischen Markt ein. Als bekanntester Industriebetrieb ist wohl die Kiekert AG zu nennen, Hersteller von Autoschließsystemen für viele namhafte Marken (unter anderem VW, BMW). Im Jahr 2000 wurde die Kiekert AG vom Finanzinvestor Permira für 530 Mio € über eine fremdfinanzierte Übernahme erworben. Aufgrund der hierbei übertragenen Schuldenlast und der schlechten Konjunktur auf dem Automobilmarkt, drohte die Firma 2006 in die Insolvenz zu gehen, was gravierende Auswirkungen auf die Wirtschaftskraft und die finanzielle Leistungsfähigkeit der Stadt gehabt hätte (Verlust von Arbeitsplätzen und Wegfall von Steuereinnahmen). Glücklicherweise konnte diese Insolvenz jedoch abgewendet werden.
[Bearbeiten] Schienen- und Busverkehr
Heiligenhaus besitzt keinen Bahnanschluss mehr, der Schienenpersonenverkehr wurde schon in den 1960er Jahren eingestellt. Die heute stillgelegte Niederbergbahn wurde von 1913 bis 1920 bzw. 1926 (durchgehende Verbindung nach Kettwig), mit Unterbrechung wegen des Ersten Weltkrieges, errichtet und führte von Kettwig über Heiligenhaus, Velbert, Wülfrath nach Vohwinkel. Sie führte in den 1920er Jahren zu einer massiven Verschuldung der Stadt. Die Reichsbahn wollte nach dem Ersten Weltkrieg die Trasse nur weiterbauen, wenn sich die Stadt zu einem Drittel an ihrer Finanzierung beteiligen würde. Eine für die Stadt nicht aufzubringende Summe. Velbert bot an den Bau zu finanzieren, wenn Heiligenhaus sich eingemeinden ließe, was empört ausgeschlagen wurde. Schließlich fand man Unterstützung bei der Stadt Kettwig und dem Kreis Mettmann.
Bis zum Zweiten Weltkrieg waren Güter- und Personenverkehr auf der Strecke recht gering. Da jedoch die Industrie in Heiligenhaus und Velbert zu wichtigen Rüstungsproduzenten entwickelten und die Pendlerzahlen nach Velbert enorm stiegen war die Strecke während des Zweiten Weltkrieges ausgelastet. Als die Strecken um die Großstädte herum immer stärker durch Bombenangriffe zerstört wurden befuhren sogar Fernverkehrszüge die Niederbergbahn. Ein Ende fand dieser starke Verkehr, als die zurückweichenden deutschen Truppen die Ruhrbrücke bei Kettwig sprengten, fortan endeten alle Züge in Kettwig vor der Brücke.
1960 wurde der Personenverkehr eingestellt, 1976 wurde die Strecke von Heiligenhaus nach Kettwig stillgelegt und 1980 zum Fahrradweg umgebaut, am 28. Dezember 1994 fuhr der letzte Güterzug von Heiligenhaus nach Velbert, 1996 verlor auch Velbert seinen Bahnanschluss. Bemerkenswert ist, dass die Bahnlinie im Heiligenhauser Stadtgebiet über zwei große Natursteinviadukte führt.
Am 11. Oktober 1899 wurde die 6,5 km lange elektrische Straßenbahnlinie von Velbert nach Heiligenhaus eröffnet. Diese wurde 1952 stillgelegt. Von 1899 bis 1923 verkehrte eine dampfbetriebene Kleinbahn von Heiligenhaus nach Hösel.
Die Buslinien 770 nach Ratingen Ratingen-Hösel oder 771 nach Ratingen Mitte stellen den Anschluss an die S 6 Köln – Düsseldorf – Ratingen Ost – Essen her. Außerdem besteht durch die Buslinie 772 eine Verbindung über den Stadtteil Unterilp nach Essen-Kettwig und an die dort gelegene S-Bahnstation Kettwig Stausee.
Für den gesamten Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gilt der Tarif des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr (VRR) und tarifraumüberschreitend der NRW-Tarif.
[Bearbeiten] Öffentliche Einrichtungen
Das Rathaus, in der Stadtmitte gelegen, ist seit 1989 durch einen modernen Anbau gemeinsames Haus für Rat und Verwaltung. Im neu gestalteten Ratssaal finden nicht nur Sitzungen des Rates, sondern auch Empfänge, Kleinkunst-Veranstaltungen und bürgerschaftliche Begegnungen statt.
Das Klinikum Niederberg im benachbarten Velbert, dessen Eigentümer die Städte Velbert und Heiligenhaus sind, ist auch für Heiligenhaus zuständig.
[Bearbeiten] Bildung
Heiligenhaus verfügt über 15 Kindergärten, 6 Grundschulen, noch eine Hauptschule bis 2010, eine Realschule, eine Gesamtschule und ein Gymnasium. Die berufsbildenden Schulen sind in den Nachbarstädten Velbert und Ratingen ansässig. Für die Erwachsenenbildung steht der Volkshochschul-Zweckverband Velbert/Heiligenhaus zur Verfügung. Die über die Stadtgrenzen hinaus bekannte Musikschule ist Ausbildungsstätte für circa 625 Schüler.
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
[Bearbeiten] in Heiligenhaus geboren
- Peter Friedrich Engstfeld (1793–1848), Organist und Kirchenlieddichter
[Bearbeiten] mit Heiligenhaus verbunden
- Helene Elisabeth Prinzessin von Isenburg (1900–1974), erste Präsidentin des Vereins Stille Hilfe für Kriegsgefangene und Internierte, starb in Heiligenhaus
- Jean Pütz (* 1936), Wissenschaftsjournalist und Fernsehmoderator, lebt in Heiligenhaus
- Peter Ihle (* 1937), Politiker,1999–2004 Bürgermeister der Stadt
- J. Ernst Steinbeck, Vater des amerikanischen Schriftstellers John Steinbeck
- Horst Langer (* 1939), Tischtennisspieler, deutscher Meister im Doppel, 1979–2001 TTC Heiligenhaus
- Bernd Liffers (* 1958), Kirchenmusiker und Organist
- Sebastian Boenisch (* 1987), Fußballspieler 1992–2000 SSVG Heiligenhaus
- Jakob Muth (1927-1993), Deutscher Professor der durch seinen Einsatz für die Integration behinderter Kinder ins Schulwesen bekannt wurde
[Bearbeiten] Weblinks
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